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Leseprobe aus der Digitalen Fachbibliothek: Innovationsmanagement Führung und KreativitätHorst Geschka, Sabine General Für nahezu alle Aufgabengebiete im Unternehmen werden neue, bessere Lösungen benötigt. Originelle und effizienzsteigernde Ideen sichern die Wettbewerbsfähigkeit und den Vorsprung gegenüber Konkurrenten. Daher ist es erforderlich, das kreative Potenzial der Mitarbeiter zu aktivieren. In diesem Beitrag erfahren Sie:
Kreativität als WettbewerbsfaktorEin kreativer Manager entdeckt dort eine Chance wo andere ein Hindernis sehen. Viele Unternehmen wollen kreativ sein; dies geht aus Imagebroschüren ebenso hervor wie aus Personalanzeigen in denen kreative Mitarbeiter gesucht werden. Kreativität wird als Wettbewerbsvorteil diskutiert der den Fortbestand des Unternehmens sichert. Doch die konkreten Maßnahmen zur Steigerung der kreativen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens sind häufig halbherzig. Ein Unternehmen kann nur in der Form kreativ sein dass die Mitarbeiter auf allen Ebenen ihre Kreativität in betriebliche Gestaltungsprozesse einbringen. Ein kreatives Unternehmen stützt und verlässt sich auf die Kreativität der Mitarbeiter es fördert das kreative Denken und gibt ihm Raum und Entfaltungsmöglichkeiten. Hier kommt insbesondere der Führungskraft eine wichtige Rolle zu. Aber wie kann die Führungskraft das kreative Potenzial ihrer Mitarbeiter fördern? Um auf diese Frage eine ausreichende Antwort zu finden erscheint es notwendig sich genauer mit dem Phänomen Kreativität auseinanderzusetzen. Erkenntnisse der Kreativitätsforschung können erste Hinweise auf mögliche Strategien und Maßnahmen geben. Erkenntnisse der KreativitätsforschungEs gibt bis heute keine einheitliche Definition für Kreativität. Sie wird gemeinhin als eine menschliche Fähigkeit verstanden Probleme durch neue originelle oder ungewöhnliche Ansätze zu lösen. Sie besteht insbesondere darin konventionelle feste Denk- und Lösungsstrukturen aufzubrechen; dabei wird häufig ein Perspektivenwechsel vorgenommen und häufig eine neue Kombination vorhandener Wissens- und Erfahrungselemente vgl. Abb. 1. ![]() Abb. 1: Definition der Kreativität Eine detailliert beschreibende Definition von Kreativität gab Drev-dahl bereits 1956: »Kreativität ist die menschliche Fähigkeit Kompositionen Produkte oder Ideen gleich welcher Art hervorzubringen die in wesentlichen Merkmalen neu sind und dem Hervorbringer vorher unbekannt waren. Sie kann in vorstellungshaftem Denken bestehen oder in der Zusammenfügung von Gedanken wobei das Ergebnis mehr als eine reine Aufsummierung des bereits Bekannten darstellt. Kreativität kann das Bild neuer Muster und Kombinationen aus Erfahrungswissen und die Entdeckung neuer Beziehungen einschließen. Kreativität muss nützliche und zielorientierte Ergebnisse liefern. Ohne perfekt und vollständig sein zu müssen kann sie künstlerischer wissenschaftlicher prozesshafter oder methodischer Natur sein.«[1] Die Antrittsrede des Präsidenten der American Psychological Association Joy P. Guilford am 5. September 1950 gilt gemeinhin als Beginn der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Kreativität [2]. Die verschiedenen Ansätze der Forschung über Kreativität lassen sich in vier grobe Forschungsrichtungen untergliedern die allgemein als die vier Ps der Kreativität [3] bekannt geworden sind vgl. Abb. 2: ![]() Abb. 2:
Die vier Ps der Kreativitätsforschung
Aus den Erkenntnissen dieser vier Forschungsfelder lassen sich für Unternehmen und Führungskräfte Maßnahmen zur Förderung der Kreativität der Mitarbeiter ableiten. Die kreative PersonGrundsätzlich besitzt jeder Mensch ein Potenzial für kreatives Denken. Es ist konstitutiv mehr oder weniger stark angelegt und die Veranlagung dazu wird in unterschiedlichem Maße genutzt. Kreatives Denken findet sich in allen Lebensbereichen. Einzelne Menschen sind in bestimmten Feldern z.B. in Beruf Hobby sehr kreativ in anderen Feldern z.B. Gartenarbeit sind sie es dagegen überhaupt nicht. Wesentlich für die Intensität und Beharrlichkeit mit der an einer Problemlösung gearbeitet wird sind die Identifikation mit der Aufgabenstellung und das Interesse an der Lösung Motivation. Hochkreativen Menschen ca. 2 - 5 einer Population fällt es leichter sich von festen Denkstrukturen zu lösen. Sie verknüpfen mühelos weit auseinander liegende Wissenselemente und leiten daraus Lösungsideen ab. Ihr Denken verläuft »querfeldein«; es setzt sich über Zwänge Konventionen und eingefahrene Verhaltensweisen hinweg. Sie halten sich nicht an vorgeschriebene Regeln oder Abläufe. Diese Mitarbeiter fügen sich nur schwerlich in die hierarchische und prozessuale Ordnung eines konventionellen Unternehmens. Man muss ihnen deshalb will man sie nicht verlieren spezielle Positionen oder Sonderaufgaben einräumen. Es gibt Untersuchungen die die verschiedenen Eigenschaften kreativer Menschen identifiziert haben. Zu den Eigenschaften die für das Generieren von Ideen förderlich sind zählen:
Es zeigt sich dass kreative Menschen nicht nur bestimmte Eigenschaften zum Generieren von Ideen brauchen sondern auch Eigenschaften die für das Realisieren ihrer Ideen wichtig sind. Dazu zählen:
In Teams kann das kreative Denken durch die Berücksichtigung und gezielte Kombination des Wissens von Vertretern unterschiedlicher fachlicher Ausrichtung stimuliert werden. Die Gruppenmitglieder regen sich gegenseitig an ergänzen sich in ihrem Wissen und ihren Strategien zur Problemlösung. Allerdings neigen Gruppen auch zu ausschweifenden Diskussionen und konfliktbehafteten Auseinandersetzungen. Damit sich das kreative Potenzial einer Gruppe entfalten kann sollten sowohl eine gewisse Moderation erfolgen als auch bestimmte Regeln vereinbart und eingehalten werden insbesondere Brainstorming-Grundregeln vgl. Abschnitt »Organisation und Durchführung von Ideenfindungssitzungen«. Tipp für die Praxis Es zeigt sich dass kreativitätsfördernde Eigenschaften durch gezieltes Training verbessert werden können und somit das kreative Potenzial eines Menschen besser ausgenutzt werden kann. Durch die Gruppensituation wird so das kreative Potenzial des Einzelnen angeregt. Der kreative ProzessEine weitere Forschungsrichtung beschäftigt sich mit dem kreativen kognitiven Prozess. Ein Modell dazu gliedert den individuellen kreativen Prozess in fünf Phasen vgl. Abb. 3. ![]() Abb. 3: Der individuelle kreative Prozess in fünf Phasen 1. Entstehung eines ProblembewusstseinsDer Problembearbeiter beschäftigt sich mit einem Problem das er selbst erkennt oder ihm durch Andere vorgegeben wird. Durch die Auseinandersetzung mit dem Problem erhält er ein klares Verständnis des Problemkerns sowie der relevanten Faktoren zur Lösung des Problems. Er identifiziert sich in hohem Maße mit der Problemstellung. 2. Intensive ProblembearbeitungDer Problembearbeiter trägt Informationen über das Problemfeld zusammen und analysiert sie. Er entwickelt und untersucht verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Dadurch vertieft sich seine Einsicht in das Problemfeld und er findet in Teilbereichen Lösungsansätze oder vage Lösungsideen. Der Durchbruch gelingt aber nicht der Prozess der Lösungsentwicklung gerät ins Stocken. Der Problembearbeiter ist frustriert und empfindet zunehmenden Problemdruck.
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