Outplacement

Pyramid-Commerce.com

Outplacement

ist eine von Unternehmen finanzierte Dienstleistung für ausscheidende Mitarbeiter, die als professionelle Hilfe zur beruflichen Neuorientierung angeboten wird, bis hin zum Abschluss eines neuen Vertrages oder einer Existenzgründung.

Diese Art von Beratung hat ihren Ursprung in den USA. Die Soldaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA zurückkehrten, mussten in zivile Beschäftigungen reintegriert werden. Hierzu richtete die Army eigene Beratungsstellen ein. Später griffen die Psychologen Drake und Beam das Thema erneut auf und gründeten in den 1960er Jahren das Beratungsunternehmen D&B, welches später zu Drake Beam Morrin wurde und in Deutschland durch deren Lizenznehmer Eberhard von Rundstedt bekannt wurde.

Outplacement
 

Weiterhin gründete der entlassene Top-Manager Tom Hubbard 1970 auch in den USA eine der ersten Outplacement-Beratungen. Seine ersten Kunden waren Unternehmen, die sich von ihren Spitzenmanagern trennen wollten und als zusätzliche Dienstleistung eine solche Beratung bezahlten. In Deutschland war es ähnlich. Hier hat Dr. Fritz Stoebe, auch ein entlassener Spitzenmanager, 1979 diese Dienstleistung bekannt gemacht und später zusammen mit Uwe Kern die SKP Outplacementberatung gegründet. Auch dessen Kunden waren zunächst nur Manager aus den oberen Etagen. Das hat sich grundlegend geändert. Dienstleistung Outplacementberatung

Neben der klassischen Form des Einzel-Outplacements für Fach- und Führungskräfte hat sich das sogenannte Gruppen-Outplacement mittlerweile etabliert. Diese Seminarform soll dazu dienen, durch die deutlich reduzierten Kosten auch Nicht-Führungskräfte nach der Trennung (Kündigung) professionelle Unterstützung bei der Neuorientierung zu kommen zu lassen.

Die Dienstleistung „Outplacementberatung“ wird heute hauptsächlich Führungskräften der mittleren Ebene zuteil und von den Unternehmen bezahlt. Auch ganze Belegschaften werden heute von Beratern betreut, wenn die Firmen geschlossen oder bei Firmenübernahme entlassen werden. Es gibt international und national bedeutende Anbieter sowie eine Vielzahl an Ein-Mann-Firmen, die oftmals von ehemaligen Managern ins Leben gerufen wurden. In Deutschland sind die größeren Firmen im Outplacement-Markt im BDU organisiert.

Dabei ist es wichtig, nach innen wie nach außen eine faire, sozialverträgliche und menschlich verantwortungsvolle Vorgehensweise aufzuzeigen. Handelt das Unternehmen dem gekündigten Mitarbeiter gegenüber loyal, wirkt sich dies positiv auf Identifikation und Motivation verbleibender Mitarbeiter aus.

Wenn auch jeder Berater seine eigene Methode hat, einen Stellensuchenden bei der beruflichen Neuorientierung zu unterstützen, so bieten die meisten Berater die Einzelberatung und das Gruppen-Outplacement an. Outplacementberater helfen dem Stellensuchenden bei der Analyse und Bestandsaufnahme, d.h. sie erstellen ein Qualifikationsprofil, ermitteln den Weiterbildungsbedarf und empfehlen von Bildungsträgern unabhängige, individuelle Qualifizierungsmaßnahmen. Als nächster Schritt entwickeln sie zusammen mit dem Arbeitssuchenden eine individuelle Bewerbungsstrategie. Dabei unterstützen sie ihn dabei, eine ansprechende schriftliche Bewerbung zu formulieren und bereiten ihn mit einem Interviewtraining per Video auf eine wirksame Selbstpräsentation beim Vorstellungsgespräch vor. Sie zeigen ihm neue Wege der Stellensuche, wie z. B. die Zielgruppen-Kurzbewerbung per E-Mail.

Gründe

Ursachen dafür, dass Firmen ihr Personal reduzieren und Mitarbeiter entlassen, sind heutzutage Firmenübernahmen, Insolvenzen, der globalisierte Wettbewerb, Absatzschwierigkeiten und Rationalisierung.

Es trifft heute nicht nur gewerbliche sondern auch hochqualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte, weil ganze Hierarchiestufen abgebaut werden.

Auch junge Menschen müssen früh die Erfahrung machen, dass im Berufsleben alles möglich ist und ihre Karriere nicht mehr in geregelten, jahrzehntelangen Bahnen verläuft. Sie müssen schon in jungen Jahren lernen, dass sie für ihre Qualifikationen auf dem modernen Arbeitsmarkt selbst verantwortlich sind.

Dazu gehört auch die berufliche Weiterbildung, die von vielen Firmen im eigenen Interesse gefördert wird. Auch die Vermarktung der eigenen Fähigkeiten und Stärken sowie die Selbstpräsentation sind wichtige Elemente der sogenannten Employability.

 


 

Hier setzt die Dienstleistung „Outplacementberatung“ ein. Immer mehr Firmen unterstützen ihre Mitarbeiter, von denen sie sich trennen, durch professionelle Hilfe. Sie bezahlen die Berater, die den betroffenen Mitarbeitern den Weg zeigen, die Hilfe zur Selbsthilfe leisten und die als Coach zur Verfügung stehen. Die Dienstleistung „Outplacementberatung" ist längst nicht mehr auf Manager beschränkt, sondern kommt auch anderen qualifizierten Mitarbeitern zu gute. In manchen Sozialplänen wird diese Dienstleistung für alle betroffenen Mitarbeiter vereinbart.

Outplacementberater sind ein buntes Völkchen. Es sind nicht nur ehemalige Manager und Personalfachleute, die dieses Geschäft betreiben. Viele Karriereberater besitzen keine Managementerfahrung, dafür aber Erfahrung als Coach, Trainer, Therapeut, Pädagoge oder Psychologe. Seit einigen Jahren betätigen sich auch immer mehr Personalvermittler und Personalberater als Outplacementberater. Sie bieten ihre Dienste auch als Karriereberatung für Selbstzahler an.

Beispiel für ein Gruppenoutplacement: Wegen Firmenübernahme fällt der gesamte Außendienst eines Unternehmens weg. Die Außendienstmitarbeiter werden in einem Gruppentraining "Berufliche Neuorientierung" auf die Stellensuche oder Selbständigkeit vorbereitet. Dem Gruppentraining schließt sich eine Einzelberatung an. Auch die Arbeit in Gruppen ist effektiv, weil sich die Betroffenen in der gleichen Situation befinden und im Gruppentraining von der Rückmeldung über das eigene Verhalten von den anderen Teilnehmern lernen können.


Aufhebungsvertrag und Abfindung

Wonach sollen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer richten, wenn es um die Höhe der Abfindung geht? Eine allgemeine Orientierung sind die gerichtlichen Abfindungsvergleiche. Arbeitgeber müssen sich darauf einstellen, dass der betroffene Mitarbeiter um die Höhe seiner Abfindung verhandelt. Immer mehr Arbeitgeber bieten deshalb in Aufhebungsverträgen neben der Abfindung auch eine Outplacementberatung an. Die Firmen sollten die betroffenen Mitarbeiter jedoch nicht vor die Alternative stellen: Outplacementberatung oder eine höhere Abfindung. Viele Arbeitnehmer werden sich für eine höhere Abfindung entscheiden, weil sie zu diesem Zeitpunkt noch zuversichtlich sind, alleine und ohne Berater eine neue Stelle zu finden. Doch viele schätzen ihre Möglichkeiten auf dem heutigen Arbeitsmarkt und ihre Arbeitsmarktfähigkeit falsch ein. Die Unternehmen sollten den ausscheidenden Mitarbeiter davon überzeugen, dass die Unterstützung durch einen professionellen Berater seine Chancen beträchtlich erhöht, eine neue Stelle zu finden. Im Aufhebungsvertrag könnte stehen:

„Herr Mustermann hat die Möglichkeit, die Hilfe eines Outplacementberaters in Anspruch zu nehmen. Die Kosten dafür übernimmt die Firma. Die Auswahl des Beraters erfolgt in Absprache und auf Vorschlag der Firma. Die Dauer der Beratung beträgt maximal sechs Monate (oder bis zum Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages).“

Passende Links

 


Home